Erfahrungsbericht Klangmassage
Wie in meinem Bericht zur Klangschalentherapie (www.diaetlexikon.com/blog/chaoscamp-und-klangschalen) bereits angekündigt, verbrachten wir Silvester bei Sandra und Vajk. Sandra ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, ausgebildet in Kinesiologie und Usui-Reiki, sowie Klangschalentherapeutin (nach Häfner). Ihre Praxis hat sie in ihrem Elternhaus in der ländlichen Umgebung von Bad Essen. Das mag einerseits nachteilig klingen, weil ein längerer Anfahrtsweg in Kauf genommen werden muss. Andererseits ist es dort absolut ruhig. Keine störenden Geräusche, die das Erlebnis der Klangmassage beeinflussen könnten.
Im Klangzimmer angekommen sah ich einen grossen, weich gepolsterten Tisch, eingebettet zwischen zwei riesigen Gongs. Am Kopfende steht ein Monochord. Das ist ein langer Holzkasten, der auf beiden Seiten mit vielen Saiten bespannt ist, die dennoch auf den gleichen Ton gestimmt sind. Ein Probespiel brachte dann auch eine ziemlich monotone “Melodie” hervor.
Ich legte mich auf den Tisch in Bauchlage und während mich Sandra zudeckte, gab sie mir eine kurze Einweisung über den Ablauf. Dann ging es auch schon los mit sanften Schlägen auf die Gongs an Kopf- und Fussende. Es folgte ein immer lauter werdender hoher Ton, der mich an zerspringendes Glas erinnerte. Der Ton zerbrach in einem leisen Glockenschlag. Nun bekam ich eine Klangschale auf die Kniekehlen gestellt, welche sogleich angeschlagen wurde. Die Vibrationen übertrugen sich sacht auf meinen Körper. Eine zweite, sofort angeschlagene Klangschale folgte auf den Rücken. Sandra stellte inzwischen weitere Schalen links und rechts neben meinen Kopf und ans Kopfende. Zuerst schlug sie die linke, danach die rechte, die am Kopfende und eine weitere, zwischen den Schulterblättern ruhende Klangschale (Herzschale) an (mit immer gleichbleibenden Pausen).
Für mich fühlte sich das so an: die links und rechts angeschlagene Schale bildeten eine Klang-Linie, die sich mit dem Anschlag der Schale am Kopfende zu einem Klang-Dreieck formte und sich mit dem Erklingen der Herzschale in eine Klang-Kugel verwandelte. Mein Kopf war schwebend und nahm, wie irgendwo aus der Ferne, noch einen weiteren Klang wahr. Dieses wiederholte sich ein paar Mal: Knieschale, Rückenschale, am Kopf links, rechts, oben, Herz, ferner Ton. Phantastisch, ich hätte ewig so liegen können. Doch dann wurden die Klangschalen weniger und Sandra sagte, dass ich mich auf den Rücken drehen sollte.
Dies tat ich und wurde mit einem hellen klaren Klang eingestimmt auf das, was folgen sollte. Ein neuer Ton kam ins Spiel. Doch was heisst da ein Ton, das waren tausende. Wie das Plätschern eines quirligen Baches empfand ich das Spielen des Monochords. Was vorher trist klang, entpuppte sich als eine Fülle von Klängen, die mich Frühling und Frohsinn schnuppern liessen. Dann hörte ich ein sanftes Gewittergrollen aus dem Unendlichen, welches langsam näher zu kommen schien. In dieses mischte sich wieder dieser hohe Ton, der in einem Glockenschlag ein jähes Ende fand.
Jetzt stellte Sandra wieder die Schalen auf und zunächst war der Ablauf wie in der Bauchlage. Das herrliche Gefühl des in der Klang-Kugel schwebenden Kopfes wurde erweitert. Auch neben den Füssen und am Fussende standen Klangschalen. Die am Fussende war übrigens der aus tiefen Fernen wahrgenommene Ton. Die Reihenfolge sah jetzt so aus: Knieklangschale, Bauchklangschale, links, rechts, oberhalb des Kopfes, Herzklangschale, links, rechts, unterhalb der Füsse. Für mich ergab das ein Erlebnis der Schwerelosigkeit, Schwingungen die sanft durch meinen Körper gingen, jeweils reflektiert von den Klang-Kugeln, ein Fluss von Wellen, die am Kopf und an den Füssen ihre Richtung änderten. Nach jedem Durchgang rief mich ein klarer Ton der Zimbeln ein kleines Stück ins Diesseits zurück. Mir schien, der Ton wolle die Wellen sanft stoppen, damit die neuen, folgenden nicht miteinander kollidieren. Sandra erhöhte das Tempo des Anschlagens, das Gefühl dabei ist unbeschreiblich.
Doch da war wieder das Gewittergrollen, das jetzt schnell näher kam. Im Gegensatz zu den Schalen, die eine äusserliche Kugel erschaffen, bildete sich bei den Gongs eine Kugel im Kopf. Völlige Gedankenlosigkeit im positiven Sinne, denn Denken, Grübeln oder was auch immer waren nicht mehr möglich. Der Donner kreiste im Kopf und sonst gab es nichts mehr. Als das Gewitter begann, in die Ferne zu entschwinden, bildete sich der Wellenfluss wieder. Sandra schlug die Klangschalen in der altbewährten Reihenfolge an und entfernte sie dann leider so nach und nach. Das Grollen füllte erneut den unendlich wirkenden Raum und wurde noch verstärkt, da es jetzt von allen Seiten auf mich zu kam. Ich fühlte mich wie im Auge des Hurrikans, bis mich der lebhafte, so freudig und munter wirkende Gebirgsbach aus der völligen Dimensionslosigkeit zurückholte.
Der Ausstieg erfolgte mittels einer per Stereoanlage abgespielten Melodie, die an tibetische Gebetsmusik erinnerte. Als der letzte Ton verklungen war, warteten Sandra und mein Freund, der zugeschaut und mitgehört hatte, auf mein Aufstehen. Aber ich konnte nicht. Meine Aussage war: “Moment, ich muss noch landen.” Und genau dieses Gefühl hatte ich. Ich musste mich innerlich wirklich zwingen, in die Realität zurückzukommen, meinen Körper wieder liegend fühlen, raus aus der Schwerelosigkeit, raus aus dem von Klängen getragenen Schweben. Nun endlich verstand ich die glücklich und darüber erstaunt wirkenden Gesichtsausdrücke der Chaoscampbesucher, die Sandras Zelt verliessen.
Willst auch du dir dieses Erlebnis verschaffen, dann schau dich auf Sandras Seite Klang der Herzen um. Zur Kostenfrage: Sandra verlangt für eine Stunde 35 Euro Richtpreis. Die gefühlten 20 Minuten entpuppten sich als 50 Minuten tatsächlich vergangene Zeit. Ich persönlich kann es jedem empfehlen und wärmstens ans Herz legen. Und eines ist sicher: Wir werden wieder Sandra und Vajk besuchen fahren und ich hoffe, Sandra hat dann diese Stunde Zeit nur für mich allein.
Tags: erfahrungsbericht, glocke, klangmassage, klangschalen, klangschalentherapie, monochord, zimbel








Am 23. Januar 2008 um 15:54 Uhr
[…] Meldung bei openpr.de erinnerte mich sofort an meinen Erfahrungsbericht mit der Klangmassage bei Sandra. Dabei werden vorwiegend obertonreiche Instrumente […]