Zwei Flugtickets für Dicke?
diepresse.com berichtet, dass die Airlines hinter verschlossenen Türen beraten, ob der Preis für Flugtickets vom Gewicht der Passagiere abhängig gemacht werden soll. Ein heikles Thema.
Um angesichts der steigenden Kerosinpreise die Kosten zu senken, werden viele Airlines kreativ. Da wird z.B. langsamer geflogen, die Wassermitnahme auf das Notwendigste beschränkt, die Fracht besser verteilt, leichteres Geschirr verwendet oder die Snacks werden ganz weg gelassen.
Die US-Fluglinie Southwest ist da etwas radikaler. Füllige Passagiere werden gebeten, einen zweiten Sitz zu kaufen.
In den Kommentaren zu diesem Bericht wird deutlich, wie zwiespältig dieses Thema ist. Da ist sowohl von Diskrimierung die Rede als auch vom Solidarprinzip. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir eine Meinung dazu schwer. Meine erste Reaktion war Empörung darüber, dass über solche Möglichkeiten tatsächlich nachgedacht wird.
Meine Erfahrungen im Alltag liessen mich jedoch nachdenklich werden. Wenn ich mit Bus oder Straßenbahn unterwegs bin, passiert es auch ab und an, dass sich ein sehr fülliger Mensch neben mich setzt und ein Viertel meines Sitzplatzes mit in Beschlag nimmt. Sitze ich am Mittelgang, macht mir das wenig aus, da ich Luft zur anderen Seite habe. Sitze ich jedoch am Fenster, komme ich mir schon etwas wie die Sardine in der Büchse vor. Auf den kurzen Strecken macht mir das jedoch nicht wirklich etwas aus, notfalls kann ich aufstehen. Aber wie ist das, wenn ich fünf Stunden so eingezwängt sitzen muss und nicht ohne weiteres aufstehen kann? Wohl fühl ich mich bei diesem Gedanken nicht.
Wie siehst du das? Würdest du es begrüßen, wenn stark Übergewichtige zwei Plätze buchen müssen? Oder vielleicht auch nur 1,5 Plätze, dass sich sozusagen zwei Personen drei Plätze teilen? Oder welche anderen Ideen hast du dazu? Schreibe deine Meinung!
Tags: airlines, diskriminierung, flugtickets, kerosin, ölpreise, zuschlag für dicke, zwei sitze








Am 6. Juni 2008 um 08:40 Uhr
Na dann aber bitte auch für andere Fälle. Bei einem Flug von London nach Nürnberg hatte ich mal eine Dame neben mir, die so parfümiert war, dass ich kaum noch Luft bekam. Die hätte dann bitte gleich 3 Reihen für sich reservieren sollen.

Am 6. Juni 2008 um 11:23 Uhr
Typisches Sommerlochthema, meines Erachtes völlig an der Realität vorbei. Ich bin ja schon “füllig”, komme aber mit dem Flugzeugsitz wunderbar hin ohne jemanden zu beeinträchtigen.
Mein Ex-Chef Mike mit geschätzten 160-170 Kilo hat es da schon schwerer und fliegt freiwillig Business-Class, weil dort das Platzangebot seinen räumlichen Abmessungen etwas entgegekommt. Warum sollte ein “Dicker” also zwei Plätze in der Vieh-Klasse zahlen, wenn er für fast das gleiche Geld einen bequemen Business-Sessel mit mehr Abstand zum Vordermann, besserem Essen und mehr Unterhaltungsprogramm haben kann?
Am 6. Juni 2008 um 12:08 Uhr
Hallo Horst,
lach, da hast du recht. Das nervt mitunter mehr als unsere natürlichen Ausdünstungen.
Hallo Michael,
an diese Variante hatte ich noch gar nicht gedacht. Manchmal sieht man eben wirklich den Wald vor lauter Bäumen nicht
Liebe Grüße,
Anett
Am 8. Juni 2008 um 15:19 Uhr
Horst hat recht! Parfüm geht ja noch, aber wenn jemand nach ranzigem Fett riecht oder sich anscheinend schon einige Wochen nicht mehr gewaschen hat, das ist echt ätzend.
Und Michael stimme ich auch zu: Das Standard-Platzangebot ist wirklich nur für Spargeltarzans geeignet; muss man als etwas fülligerer Mensch wirklich Luxusklasse buchen, um einigermassen Platz zu haben?
Am 11. Juni 2008 um 16:14 Uhr
Gutes Thema, spannendes Thema - guter Artikel.
Am 16. Juli 2008 um 23:07 Uhr
Naja. Im Grunde ist die Idee gut. Jedes Gramm im Flugzeug kostet Kerosin, was die Fluganbieter (am Ende die Kunden) bezahlen müssen. Die Frage ist nur, wie will airberlin und co. das im Vorfeld rausbekommen wieviel ein Mensch wiegt?! Bar bezahlen am Flughafen ist auch nicht immer die schnellste Variante. Und beim einchecken nochmals Zeit verschwenden um sich wiegen zu lassen? Hmm… da ist wohl die Mischkalkulation billiger weil weniger zeitaufwändig..
Um nochmal die Sache an sich zu betrachten: hier sollte man zwischen Menschen unterscheiden die entsprechende Gene haben und denen, die sich das einfach nur so angefuttert haben. Wie man das unterscheidet ist eine andere Frage. Grundsätzlich würde ich der o.g. Aktion aber zustimmen; Wer mehr “Gepäck” mit an Bord nimmt, sollte auch mehr zahlen. So wie es jetzt ist - egal ob beim Fliegen oder bei der Hauskrankenkasse - habe ich das Gefühl ungesund lebende Menschen das ungesunde Leben mit zu finanzieren. D.h. ich werde dafür bestraft, dass ich ein relativ ausgewogenes Leben führe und mich normal ernähre und daher nur selten krank werde.
Am 7. August 2009 um 09:38 Uhr
[…] auch schon letzten Sommer im Gespräch: breitere Sitze für Übergewichtige beim Fliegen? […]