Gesunde Ernährung
Immer wieder lese ich in Zeitschriften und Wissensportalen, dass gesunde Ernährung das A und O für Wohlbefinden und eben auch die Gesundheit sei. Da werden auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) verwiesen, Interviews mit Wissenschaftlern, Ernährungsberatern und Sportexperten geführt. Und so oft wie diese “Regeln” für gesunde Ernährung publiziert werden, so oft habe ich das Gefühl, dass ich mich hundeelend fühlen müsste.
Ich esse weder fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse, an manchen Tagen nicht ein einziges Mal, noch esse ich fettarm oder oft Fisch. Das Frühstück nehme ich oft erst mittags ein oder es fällt ganz aus. Ausser an den Bürotagen, dann gibt es das Frühstück in Form von Müsli. Ansonsten liebe ich zum Frühstück (Weissmehl)Brötchen mit Butter, Salami und fetten Käse obendrauf. Nachmittags gönne ich mir manchmal Streuseltaler, Quarktasche oder ein Stück Sahnetorte. Abends kommt bei mir die Hauptmahlzeit auf den Tisch. Und ich trinke dazu regelmässig ein Glas Wein. In meiner Nachttischschublade befindet sich ein Schokoladendepot, da ich mein tägliches Betthupferl brauch.
Warum bin ich dann aber gesund und schlank? Der Arzt sieht mich nur zur Vorsorge oder wenn ein Mal im Jahr (meistens im Herbst) die Erkältung etwas heftiger zuschlägt. Kopf- oder Rückenschmerzen habe ich auch nur so circa ein Mal pro Jahr. Kurz gesagt: ich fühl mich rundum fit und wohl. Genauso geht es meinen drei Kindern. Abgesehen von den üblichen Problemchen im Kindesalter, z.B. das typische Unwohlsein mit Durchfall bei länger anhaltender Hitze oder das “Mitbringsel” aus dem Kindergarten, sehen auch sie Ärzte nur zur Vorsorge. Das Essverhalten der drei ist völlig unterschiedlich, richtet sich allerdings auch nicht an den Empfehlungen für gesunde Ernährung aus.
Wie gesund macht uns also gesunde Ernährung? Bei Epochtimes fand ich kürzlich einen Beitrag über eine Studie dazu. Ein Teil einer Gruppe von 750 Personen ab 30 Jahre wurde angewiesen, sich gesund zu ernähren, der andere Teil nicht. Das ganze dauerte vier Jahre. Am Ende, nach zahlreichen Untersuchungen wie Messung der Blutwerte, wurde festgestellt, dass sich lediglich bei Personen mit einem BMI unter 25 der Blutzuckerwert um etwa ein Prozent verringert hat. Nicht gerade berauschend für etwas, dass so oft als gesund(machend) propagiert wird.
Wenn du dich mit gesunder Ernährung quälst, kann das niemals gesund sein. Nahrungsaufnahme soll kein Erfüllen irgendwelcher Normen sein. Sicher ist es wichtig, sich nicht sinnlos alles Mögliche reinzustopfen. Aber gesunde Ernährung ist individuell zu gestalten. Lerne wieder in dich hinein zu horchen. Dein Körper ist ein Sensibelchen, dass dir genau verrät, was ihm gut tut und was gesund für ihn ist.
Tags: blutwerte, blutzucker, ernährung, gesund, gesunde ernährung, studie








Am 20. Juni 2008 um 12:46 Uhr
Ich bin ganz deiner Meinung, es wird bei den ganzen ratschlägen und regeln oft leider auf die psychologischen Aspekte vergessen. Gesundes Gemüse schmeckt nun einmal meistens einfach nicht so gut wie ein fetter schweinsbraten oder ähnliches, und das spiegelt sich sicher auch in der psyche wieder!
mfg James
Am 22. Juni 2008 um 14:07 Uhr
wieso soll so leckeres Obst (frische erdbeeren, auch ohne sahne!) schlechter schmecken als so fetter schweinebauch,
Am 2. Juli 2008 um 07:28 Uhr
Die DGE wird öfter für ihre Empfehlungen angegriffen, sie seien nicht individuell genug, dabei sind sie ganz allgemein gehalten. Sie sollen nur eine Orientierung sein. Trotzdem muss man sich überlegen, wieso Menschen sich an krankmachende Diätvorgaben halten, die DGE-Empfehlungen aber ablehnen, nach denen sie oft viel mehr essen dürfte. Und letztlich ist auch der Lebensstil entscheident (Bewegung, Stress, Genussmittel). Wenn man mit 30 noch keine negativen Auswirkungen spürt, dann muss das ja nicht für immer so bleiben. Das ist ja gerade das schwierige an jeder Ernährungsberatung. Das die Leute die Auswirkungen nicht sofort sehen.
Am 2. Juli 2008 um 08:20 Uhr
Liebe Michaela,
mag sein, dass die Empfehlungen nur als Orientierung dienen. Aber die Allgegenwärtigkeit dieser Empfehlungen suggeriert vielen eine Mangel- bzw. falsche Ernährung.
Allein den Hinweis auf fünf Mal am Tag Obst und Gemüse lese ich jeden Tag mehrmals als Anwort in diversen Portalen auf Fragen Hilfesuchender. Nur wer isst tatsächlich fünf Mal oder gar öfter am Tag Obst oder Gemüse? Und so wird uns durch das stetige Wiederholen immer wieder eingetrichtert, dass wir uns ungesund ernähren. Ein perfekter Aufhänger für die Industrie, die mit Vitaminpräparaten, Smoothies u.ä. das große Geld verdienen.
Sicher sind die Empfehlungen der DGE nicht schlecht. Mich stört eher diese, vom DGE sicher nicht gewollte, unterschwellige Botschaft, dass andere Ernährungsweisen ungesund sind.
Da ich mich nicht an diese Empfehlungen halte und auch (noch) im 30er Alter bin, könnte ich nun noch aus deinem Kommentar herauslesen, dass ich in zehn oder zwanzig Jahren an ernährungsbedingten Krankheiten leiden werde. Ich denke zwar nicht, dass du einen solchen Eindruck vermitteln wolltest. Aber es verdeutlicht sehr schön, welche unbewussten Eindrücke mit der Allgegenwärtigkeit dieser Empfehlungen vermittelt werden.
Letztendlich greift die Studie auch nicht die Empfehlungen an sich als solche an, sie sollte nur zeigen, dass die als gesund propagierte Ernährungsweise, nicht die einzige Möglichkeit einer gesunden Ernährung ist. Die Kontrollgruppe wurde ja nicht angewiesen, sich regelrecht ungesund zu ernähren. Sie hat lediglich auf die Einhaltung dieser Empfehlungen verzichtet. So habe ich das zumindest verstanden.
Anmerkung für den Leser: mit Klick auf Michaelas Namen gelangst du auf Michaelas Ernährungsinfos. Da gibt es interessante Artikel rund um dieses Thema.
Liebe Grüße,
Anett
Am 2. Juli 2008 um 15:43 Uhr
Ich kann schon verstehen, was Du meinst. Ich halte mich auch nicht an die Empfehlungen, da ich Vegetarierin bin. Und wer wiegt denn schon sein Essen jeden Tag ab?
Andere Gründe für Übergewicht wie Kortison oder zu wenig Bewegung werden oft unterschlagen. Und das rauchen und Stress sich extrem auf die Gesundheit auswirken können, will auch niemand hören.
Mit gesunder Ernährung wird eigentlich kein großes Geld gemacht, nur mit Diäten. Und das ist nicht das gleiche. Gesunde Ernährung ist nämlich auf Dauer angelegt. Das heisst aber ja nicht, dass man jeden Tag das gleiche ißt.
Diese Studie zeigt meiner Meinung nach viel mehr, dass es viele Faktoren gibt, die auf die Gesundheit einwirken. Es geht nicht nur um gesunde Ernährung, sondern den gesamten Lebensstil.
Und wer Kohlenhydrate nicht so gern mag, der kann sich ja mediterran ernähren. Genauso ernähre ich mich vegetarisch, weil ich kein Fleisch mag.
Am 2. Juli 2008 um 16:37 Uhr
Dem kann ich nichts mehr hinzufügen
Am 11. September 2008 um 06:26 Uhr
[…] gleichermaßen zur Traumfigur verhilft. Nach wie vor bleibe ich dabei, individuelle Beratung und in den eigenen Körper hineinhorchen sind die besten Methoden zur […]
Am 26. Oktober 2008 um 21:12 Uhr
[…] Gesunde Ernährung - Diätlexikon.com . […]
Am 24. August 2009 um 09:40 Uhr
[…] und Übergewicht entstehen. presseportal.de An sich eine gute Idee - aber was ist wirklich gesunde Ernährung? Sind das nur die von der DGE propagierten Ernährungsregeln und wenn man davon abweicht, ernährt […]
Am 21. Dezember 2009 um 23:57 Uhr
Hallo Michaela,
ich bin zufällig auf diesen Artikel aufmerksam geworden und obwohl er schon über 1 Jahr alt ist, ist dieses Thema immer aktuell.
Ich kann dir nur beipflichten. Der Begriff “gesund” bezieht sich auf die körperliche Beschaffenheit. Gesund ist, wer frei von krankheiten ist. So eine allgemeine Defintion. Aber was ist “gesunde Ernährung”? Wenn ich Obst und Gemüse esse, ist das dann wirklich gesund?
In der Grundschule wurde mir im Biologieunterricht begebracht, dass Obst “gesund” ist, weil es viele Vitamine hast. Das ist schon richtig, aber welches Obst? In der Praxis sieht es auch so aus, dass ein Stück Fleich auch viele Vitamin hat. Warum ist das nicht im Volksmund “gesund”?
Um den Artikel noch etwas zu erweitern, stelle ich hier diese Fragen. Meiner Meinung nach ist alles gesund, was der Körper braucht und unser Körper holt sich immer was er braucht. In Maßen und nicht in Massen, ausgewogen und bewusst. Das ist für mich Gesund. Es bringt nichts, wenn man nur Obst und Gemüse isst!
Diesen Glauben sollte man schnell aufgeben.
Ich möchte konstantieren: Gesund = ausgewogen, abwechslungsreich, bewusst, intuitiv -> ernähren
Gesunde Grüße
Thomas
P.S.: Als Bodybuilder ernähre ich mich im Grenzbereich und bin trotzdem “gesund”