Gefährliche Fälschungen
Zehn Prozent aller Arzneimittel weltweit sind Fälschungen schätzt das Bundeskriminalamt (BKA). Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker kann solche Fälschungen mittels Analyseverfahren entlarven. Doch der Verbraucher zu Hause hat diese Möglichkeiten nicht.
Nun könnte man meinen, zehn Prozent Fälschungen sind ja nicht so wahnsinnig viel. Diese relativ geringe Zahl ist aber nicht proportional auf alle Produkte anzuwenden. Denn am meisten wird dort gefälscht, wo es am lohnenswertesten ist: bei Schlankheitspillen, Potenzmitteln und ähnlichen Produkten.
Die Fälschungen sind sehr vielfältig. Mal wird nur die Verpackung getauscht und bereits abgelaufene Pillen bekommen eine neue Schachtel oder werden in losen Tütchen versandt. Mal sind Wirkstoffe enthalten, die nicht deklariert sind. Mal sind weniger Wirkstoffe drin oder gar keine.
Gefährlich ist das dennoch, auch wenn es harmlos klingt. Die Ärztezeitung nennt dazu ein Beispiel: “Wer eine Potenzpille nimmt und keine Wirkung spürt, nimmt beim nächsten Mal zwei. Wenn er dann mal zufällig richtig dosierte Pillen bekommt, nimmt er auch zu viel - und das ist nicht so ungefährlich.”
Mein Tipp: Wer dubiosen Werbeversprechen wie 5 kg abnehmen in einer Woche Glauben schenken mag, sollte vor dem Kauf im Internet nach herstellerunabhängigen Meinungen zur Wirkung des Mittels und zur Seriösität des Anbieters suchen.
Tags: arzneimittel, bka, fälschungen, gesundheit, internet, potenzmittel, schlankpillen







Am 27. Juni 2008 um 09:26 Uhr
Hi,
netter Beitrag, allerdings sollte man doch bedenken, dass man unterscheiden muss zwischen Arzneimitteln und solchen Präparaten, die vorgeben welche zu sein. Bedenkt man, dass der Normalbürger seine Arznei eben über Rezept und Apotheken bezieht, dann sinkt die Gefahr praktisch auf 0 gefälschte Arzneimittel zu erhalten. Ob man dabei gut beraten wird ist eine andere Frage, Stiftung Warentest hat dazu gerade eine interessante Stichprobe durchgeführt.
Gruß
AMUNO
literaturasyl.de
Bombenterror.de
Am 27. Juni 2008 um 13:29 Uhr
Hallo Amuno,
offensichtlich habe ich nicht klar genug zum Ausdruck gebracht, dass die Fälschungen eher im Internet als in den heimischen Apotheken erhältlich sind.
Mir geht es hierbei hauptsächlich um die vielen Potenz- und Schlankheitsmittel, die im Internet beworben und vertrieben werden. Die Unterscheidung, ob es sich um echte Arzneimittel handelt oder nur solche, die sich selbst so bezeichnen, ist für den Normalkunden kaum nachvollziehbar.
Die Ergebnisse der Stiftung Warentest hatte ich auch gelesen. Hier noch der Link für alle Interessierten: welt.de/Apotheken_beraten_oft_nur_mangelhaft.html
Liebe Grüße,
Anett
Am 4. Juli 2008 um 04:23 Uhr
Nachtrag aus der Ärztezeitung:
“Die Zahl der beschlagnahmten (gefälschten) Präparate hat im Vergleich zum Vorjahr (2006) um 51 Prozent zugenommen.”
Und:
“Dem EU-Bericht zufolge stammten die aufgegriffenen gefälschten Medikamente vor allem aus der Schweiz (40 Prozent), Indien (35 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (15 Prozent). Potenzsteigernde Mittel sind nach wie vor die am häufigsten gefälschten Medikamente.”
Quelle: http://www.aerztezeitung.de/medizin/sid=495743