Gefälschte Schlankpillen und der (Un)Sinn von Vitamintabletten
Samstag, den 3. Mai 2008Oft genug warne ich hier im Diätlexikon und dem Blog vor im Internet erhältlichen Wundermitteln. Nun sehen auch Experten vom Bundeskriminalamt (BKA) darin eine ernste Gefahr für Leib und Leben. Das Gefährdungspotenzial zeigt sich nicht nur bei Schlankpillen, auch Sportler-Anabolika und Potenzmittel stehen auf der Liste.
Der harmloseste Betrug bei diesen Präparaten ist, dass sich keine der angebenen Wirkstoffe oder weniger Wirkstoffe als angegeben in den Produkten befinden. Testkäufe brachten allerdings auch lebensgefährliche Mischungen zu Tage. welt.de/Immer_mehr_gefaelschte_Arznei_in_Deutschland
Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) will den Fälschungen von Medikamenten einen Riegel vorschieben. Mit einem 2D-Barcode soll jede Packung Arznei eine spezifische Identifikationsnummer bekommen. Diese wird auf einem Server hinterlegt. Beim Verkauf wird diese Nummer per Scanner mit den Nummern auf dem Server abgeglichen. Ist die Nummer bereits auf einer anderenPackung gefunden worden oder unbekannt, schlägt das System Alarm. Guter Ansatz, der allerdings nicht den üblichen Vertriebsweg der Fälschungen berücksichtigt: das Internet. aerztezeitung.de/arzneimittelpolitik/493422
Ähnlich lukrativ (für die Hersteller) wie der Vertrieb von (Wunder)Schlankpillen ist der Verkauf von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Dem Kunden wird immer wieder eingehämmert, wie ungesund er sich doch ernährt und das ihm lebensnotwendige Zusatzstoffe fehlen, die er nur in Tablettenform zu sich nehmen kann.
Da wird mit Nährstoffverarmung argumentiert und dass Obst und Gemüse weniger Vitamine enthalte als früher. Das Ernährungswissenschaftler das Gegenteil beweisen, spielt für den Verbraucher keine Rolle, wie die Kommentare zu dem entsprechenden Bericht bei Welt.de zeigen. Der Kunde liebt seine “tägliche Vitamintablette als bewährte Gewohnheit”, in dem Glauben seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden etwas Gutes zu tun. Die Hersteller dürfen sich freuen. Ihre propagierten Fehlinformationen und Halbwahrheiten sind weit mehr bekannt als wissenschaftliche Berichte. Und was einmal in den Köpfen der Konsumenten drin ist, lässt sich schwer verdrängen.
In jüngster Zeit kursierten etliche Beiträge über die Meta-Analyse von Dr. Goran Bjelakovic durch das Internet. Nach seinen Erkenntnissen scheinen Vitamin A und E sowie Beta-Carotin die Lebenserwartung zu verkürzen. Darüber berichten u.a. die Ärztliche Praxis und Süddeutsche Zeitung.






