Der bunte Mix nullnullvier
Donnerstag, den 11. September 2008Ballaststoffe werden gern als Wunder-Abnehm-Mittel verkauft, als Beispiel sei Bios Life genannt. Ballaststoffreiche Ernährung wird auch als Teil einer gesunden Ernährungsweise von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Und Typ-2-Diabetikern wird ebenfalls der Verzehr von vor allem Roggenprodukten empfohlen, um das Risiko von diabetischen Folgeerkrankungen zu reduzieren.
Nun haben, lt. einer Pressemeldung, Forscher herausgefunden, dass ein Gen Einfluss auf die Schutzfunktion ballaststoffreicher Nahrung hat. Je nachdem, welche Gen-Variante bei den Probanden vorhanden war, konnte das Diabetisrisiko gesenkt werden oder es zeigte sich gar kein Effekt.
Das zeigt mal wieder, dass die Wirkungsmechanismen in unserem Stoffwechsel noch lange nicht ausreichend erforscht sind und mehr Faktoren eine Rolle spielen, als bisher angenommen. So kann es auch niemals die eine richtige Diät oder das Superabnehmmittel geben, dass allen Menschen gleichermaßen zur Traumfigur verhilft. Nach wie vor bleibe ich dabei, individuelle Beratung und in den eigenen Körper hineinhorchen sind die besten Methoden zur Gewichtsreduzierung.
Trimgel ist nach wie vor ein Renner bei den Schlankmitteln. Die Werbung lacht mich auf vielen Seiten im Internet übergroß an. Die vielen Berichte bei Mit Trimgel abnehmen und bei den Trimgel-Erfahrungsberichten zeigen, dass viele Mitmenschen sich zu gern von den Versprechungen der Werbung verführen lassen. Effektiv abgenommen mit Trimgel oder auch den Trimcaps haben die wenigsten. Nach den Berichten sind das Diejenigen, die eh nur wenige Pfund zu viel haben oder einfach nur ihre Haut straffen wollen. Das dieses auch mit Produkten aus den Drogeriemärkten zu einem Drittel des Trimgel-Preises funktioniert, wird nicht wahrgenommen.
Laut Herstellerangaben enthält Trimgel Hoodia gordonii. Dieses ist ein sehr populärer Inhaltsstoff (P57) von Schlankmitteln, da er von den Urvölkern tatsächlich als Appetitszügler erfolgreich verwendet worden ist. Was wiederum nicht gern gehört wird ist, dass Hoodia nicht kultiviert werden kann und diese Pflanze mittlerweile unter Artenschutz steht, deren unberechtigte Einfuhr unter Strafe steht.
Nun hat derStandard.at einen sehr interessanten Bericht über Hoodia gordonii gebracht, bei dem Jutta Jahrl vom World Wildlife Fund (WWF) zu Wort kommt. derstandard.at/?id=1216034916944
Transfettsäuren sind ungesund. Dies wurde erst so richtig in Deutschland bekannt durch das Verbot für diese Fette in Kalifornien durch den Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Vorreiter war jedoch ein anderes Land, gar nicht weit weg von uns: Dänemark. Dort wurde bereits 2004 ein Gesetz erlassen, welches den Verkauf von Lebensmitteln mit einem Gehalt von mehr als 2% industriell hergestellten Transfettsäuren verbietet.
Österreich nahm das zum Anlaß und startete im selben Jahr eine Untersuchungsreihe, wie verbreitet der Verkauf von Transfettsäuren im eigenen Land ist. Das Ergebnis war schockierend. Ein Viertel der getesteten Produkte wäre in Dänemark mit drohender Haftstrafe untersagt. Hauptübeltäter waren die in Fastfoodrestaurants beliebten Pommes, Donuts und Hamburger. An zweiter Stelle kamen Backwaren. Zwar enthalten die Haushaltmargarinen fast keine Transfettsäuren (mehr), aber in den gewerblichen Margarinen sind diese noch reichlich enthalten.
Empörend ist die Haltung der europäischen Lebensmittelbehörde. Diese verweigert eine gesetzliche Regelung, weil die Unterscheidung der natürlichen von den künstlichen Transfettsäuren zu schwierig sei. Stellt sich mir die Frage, wieso ist diese Unterscheidung (und das Herauslassen) bei den Haushaltmargarinen dann z.B. möglich? Immerhin wird nun die Kennzeichnungspflicht diskutiert. Steht auf einem Lebensmittel “teilweise gehärtete Fette”, so handelt es sich dabei um diese Transfette.
Walter Willett, Leiter der Abteilung für Ernährungswissenschaft der Harvard University in Boston, nutzte die Nurses Health Study und wies damit nach, dass eine nur um 2% erhöhte Aufnahme von Transfetten das Risiko von Herzkrankheiten um 93% erhöht.
Den ausführlichen Bericht mit weiteren Informationen zur industriellen Herstellung von Transfettsäuren und deren gesundheitliche Risiken findest du bei www.profil.at.
Offen bleibt, wann und wie die deutsche Regierung reagieren wird.







